Kinderyoga muss sich ändern: Warum weniger Konzept mehr Wirkung hat
- KindSein - Nadja

- 1. Juni
- 2 Min. Lesezeit

Hand aufs Herz: Kennst Du dieses Gefühl? Du hast eine Kinderyogastunde geplant, Material zusammengesucht, warst voller Vorfreude und am Ende der Stunde bleibt nur Frust zurück. Vielleicht hast du sogar an dir gezweifelt, weil alles anders lief als gedacht.
Mir ging es in meinen ersten Kinderyogastunden genauso. Ich war überzeugt, ich müsse perfekt vorbereitet sein, brauche möglichst abwechslungsreiche Stunden und für jede Situation eine Alternative parat haben, damit ja keine Langeweile aufkommt.
Heute weiß ich: Genau das war mein größter Stolperstein.
Warum klassisches Kinderyoga oft das Gegenteil bewirkt
Kinder brauchen kein perfektes Kinderyoga-Konzept, das bis ins letzte Detail durchgeplant ist, jede erdenkliche Requisite bereithält und möglichst bunt und vielfältig daherkommt.
Was Kinder wirklich brauchen, ist ein Raum, in dem sie einfach sie selbst sein dürfen, ein Raum, in dem sich ihr Nervensystem tatsächlich erholen kann. Eine überladene, reizintensive und durchgetaktete Stunde bewirkt oft genau das Gegenteil: Statt Entspannung entsteht noch mehr Anspannung. Meist bringen Kinder davon schon eine Menge aus dem Alltag mit.
Was das kindliche Nervensystem wirklich braucht
Damit sich das Nervensystem eines Kindes wirklich erholen kann, braucht es eigentlich nur ein Raum, in dem es sich gesehen, gehört und verstanden fühlt. Ein Raum, in dem Kinder nicht funktionieren müssen, sondern loslassen und sich fallen lassen dürfen.
Genau aus dieser Erkenntnis heraus ist das Kinderyogapädagogik-Konzept entstanden.
Zeit für ein Umdenken im Kinderyoga
Es ist Zeit, dass wir als Kinderyogalehrer umdenken. Kinderyoga braucht viel weniger, als wir oft glauben. Der wahre Mehrwert einer Kinderyogastunde liegt nicht im ausgefeilten Konzept und nicht im Material, er liegt in unserer Haltung.
Eine Kinderyogastunde ist im Kern ein leerer Raum. Und dieser Raum darf durch uns gefüllt werden: durch Präsenz statt Perfektion, durch Zuwendung statt Zeitplan, durch echtes Dasein statt durchgestylter Stundenbilder.
%20(32).png)



Kommentare