Was sich in pädagogischen Einrichtungen ändern muss und warum ich daran glaube, dass es geht
- KindSein - Nadja

- 6. März
- 2 Min. Lesezeit

Fünf Jahre lang habe ich eine Kita geleitet.
Fünf Jahre voller Begegnungen, voller ehrlicher Gespräche und voller Momente, die mich bis heute prägen.
Ich hatte unzählige Gespräche mit Fachkräften, aber auch mit Eltern. Habe mit Erziehern gesprochen, die am Ende ihrer Kraft waren. Fachkräfte, die am Ende ihrer Kraft waren und immer wieder davon berichteten, wie anstrengend die Kinder sind, wie undankbar die Eltern und wie erdrückend der Alltag. Und dann waren auch die Stimmen der Eltern, die sich nicht gesehen fühlten. Die das Gefühl hatten, ihr Kind werde nicht wirklich wahrgenommen, manchmal sogar bestraft, statt begleitet. Zwei Seiten und jeder mit einer einzigartigen Vorstellung davon, was gute Begleitung von Kindern bedeutet. Die einen wollten Struktur, Projekte, sichtbare Ergebnisse. Die anderen integrieren freies Spiel, reduzieren Projekte, weil alles zu viel wird. Und mittendrin: die Kinder. Die einfach nur sein wollen.
Dieser fehlende gemeinsame Blick macht Zusammenarbeit schwer. Er führt zu Missverständnissen, zu Frustration und letztendlich dazu, dass sich alle Beteiligten unverstanden fühlen.
Besonders in Hamburg erlebe ich, wie Kitas unter einem enormen Druck stehen. Bildungsempfehlungen müssen eingehalten werden. Elternwünsche sollen erfüllt werden. Der Krankenstand ist hoch, die Teams oft dünn besetzt. Und in diesem ständigen Funktionieren-Müssen, passiert etwas, das ich für eine der größten Herausforderungen halte.
Das Kind gerät aus dem Blick.
Nicht weil die Fachkräfte es nicht wollen, sondern weil sie selbst so viel tragen. Weil sie sich zu viel vornehmen, weil sie gestresst und müde sind und weil in diesem Zustand kaum Raum bleibt, ein Kind wirklich zu sehen. Wirklich wahrzunehmen, was es gerade braucht. Was hinter einem Ausbruch steckt. Was ein Kind uns mit seinem Verhalten sagen möchte.
Stattdessen: Lautstärke in der Gruppe. Kinder, die funktionieren sollen. Und Fachkräfte, die am Limit sind. Hier wird deutlich, was sich in pädagogischen Einrichtungen ändern muss.
Wir dürfen umdenken.
Wenn ein Kind nicht kann, nicht will, ausrastet oder sich verweigert – dann ist das eine Einladung. Eine Einladung an uns, in uns selbst zu schauen.
Nicht das Kind muss sich ändern. Wir müssen etwas ändern. In uns. An unserem Bild. An unserem inneren Zustand. Denn Begleitung gelingt nicht durch mehr Angebote oder bessere Pläne. Sie gelingt, wenn wir selbst geerdet sind. Wenn wir aus einem ruhigen, sicheren Ort in uns heraus handeln können.
Warum das KindSeinCoaching genau hier ansetzt
Das KindSeinCoaching habe ich entwickelt, weil ich diesen anderen Weg möglich machen möchte, besonders in pädagogischen Einrichtungen.
Ich möchte Fachkräften helfen, wieder aufzuatmen. Nicht durch noch mehr Methoden, noch mehr Konzepte, sondern durch einen Blick nach innen. Durch die Frage:
Was bringe ich selbst mit in diesen Raum?
Welche Glaubenssätze leiten mich?
Was löst dieses Kind in mir aus und warum?
Denn erst wenn wir das verstehen, können wir wirklich begleiten. Liebevoll. Präsent. Ohne dass wir das Kind dafür verantwortlich machen, wie es uns geht.
Und ja, auch mit all den Auflagen, den Elternwünschen, den Bildungsempfehlungen und dem turbulenten Kita-Alltag ist das möglich. Ich habe es erlebt. Ich habe es gelebt. Es braucht keine perfekten Bedingungen. Es braucht Menschen, die bereit sind, sich selbst ehrlich anzuschauen.
Das ist der Kern des KindSeinCoachings: Kinder wirklich sehen. Ihnen Raum geben. Und das gelingt, wenn wir beginnen, uns selbst diesen Raum zuzugestehen.
Für die Kinder. Für uns. Für eine Pädagogik, die von Herzen kommt.
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